Philip King

Das englische Bühnenschaffen wird durch Autoren belebt, die Schauspieler oder Regisseure waren, ihr Talent zum Stückeschreiben entdeckten und dieses mit ihrer praktischen Erfahrung verbinden konnten. Noël Coward, Terence Rattigan, Peter Ustinov, John Osborne und viele andere sind solche Schauspieler-Autoren. Seit 1940 zählt auch Philip King dazu.

Philip King war bereits mit sechzehn Jahren Schauspieler geworden und so schloss er sich einer Wandertruppe an, die durch den Norden Englands reiste. Seine nächste Station war das Ensemble am Opernhaus von Harrogate in seiner Heimat Yorkshire, wo er schließlich auch Regie führte und sein erstes Stück „Without the Prince“ herausbrachte, das wenig später im Jahre 1940 erfolgreich im West-End aufgeführt wurde. Es war ein sicher gebautes Stück, das lange Zeit in London lief, eine gute Presse und eine ganz vorzügliche Kasse hatte. Und damit war der Anfang für Kings zweite Karriere als Komödien-Autor gemacht, denn dieser Erfolg und das Vergnügen, das ihm das Stückeschreiben bereitete, veranlassten ihn, sich an weitere, an ernsthaftere und originellere Aufgaben zu machen. Sein Sinn für Humor und seine Freude am Spaß waren aber auch in diesen Werken noch deutlich spürbar.

Als Bühnenautor hat er sich zuerst durch einige Schwänke, dann mit niveauvollen und gut gebauten Komödien und Lustspielen in England einen Namen gemacht. Seine langjährige Tätigkeit als Schauspieler kam der Bühnenwirksamkeit seiner Stücke und ihrer Rollen, die dem Theater gaben, was des Theaters ist, natürlich sehr zugute.

Sogar der Militärdienst in der Royal Air Force ließ ihm Zeit zum Schreiben; es entstanden zwei Stücke: „See How They Run!“ („Lauf doch nicht immer weg!“) und „On Monday Next“, die beide in London große Erfolge wurden, dort jeweils über ein Jahr lang liefen und dann beide verfilmt wurden. Bis heute hat „Lauf doch nicht immer weg!“ nichts an Spritzigkeit und Wirkung eingebüßt. Im Oktober 1977 wurde die Komödie in Manchester, immerhin 32 Jahre nach ihrer Uraufführung, mit großem Erfolg wieder auf die Bühne gebracht. Dass sie sich anschickte, auch in Deutschland zum Kassenschlager zu werden, hat Philip King nur noch in den Anfängen erlebt. Er starb am 9. Februar 1979 im Alter von 75 Jahren.

Inszenierungen der Jungen Oberwerrner Bühne

1999   –   Lauf doch nicht immer weg! (JOB-18)

Informationsquellen

en.wikipedia.org/wiki/Philip_King_(playwright)