Marc Camoletti

Marc Camoletti wurde am 16. November 1923 als Sohn einer italienischstämmigen Familie in Genf geboren. Dennoch darf er getrost als Franzose gelten, verbrachte er doch den größten Teil seines Lebens in Paris. Weil sein Vater Architekt war, sollte auch er diesen Beruf erlernen; er aber fühlte keine ausgesprochene Berufung dafür. Nach Abschluss der gymnasialen Oberstufe an der „École Alsacienne“ studierte Camoletti von 1949 bis 1958 an der „École des Beaux Arts“ in Paris gegenständliche Malerei. Mit der Nationalen Gesellschaft der Schönen Künste gestaltete er fünf Ausstellungen in Paris und in der Provinz. Als der Kunsthändler, der seine Ausstellung veranstalten sollte, verschwand, setzte Camoletti brüsk einen Schlussstrich unter diese Tätigkeit.

Bald erkannte er, dass ihm die Gesellschaft des Theaterlebens mehr behagte, als die Einsamkeit des Malers. Camoletti begann mit dem Schreiben von Theaterstücken; sein erstes Werk „Semiramis“ wurde aber erst 1963 im Theater „Edouard VII“ aufgeführt. Das erste seiner Stücke, das gespielt wurde, ist „La Bonne Anna“ (1958). Das „Théâtre des Capucines“, das sich überraschend in Verlegenheit befand, gab dem jungen Autor eine Chance. Mit „Boeing – Boeing“ gelang ihm 1960 schließlich der ganz große Erfolg; dieses Lustspiel ging um die ganze Welt und wurde auch in Hollywood mit Jerry Lewis und Tony Curtis verfilmt. 1991 gelangte die Komödie erstmals in das Guinness-Buch der Rekorde, weil sie bis zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre lang in 55 Ländern und 18 Sprachen gespielt worden war.

Nachdem seine Ehefrau, die Schauspielerin Germaine Camoletti, 1972 die Leitung des traditionsreichen Théâtre Michel in Paris übernommen hatte, wurden dort die meisten Stücke Camolettis unter seiner Regie aufgeführt. Lange Zeit leitete Camoletti dann das Theater selbst.

Marc Camoletti starb am 18. Juli 2003.

Inszenierungen der Jungen Oberwerrner Bühne

1990   –   Secretissimo (JOB-09)
1992   –   Boeing – Boeing (JOB-11)

Informationsquellen